Stadtkönigin

Stadtkönigin – Mein illustrierter Blog über Alltagsdinge, Gedanken und die Stadt

Seit 2017 führe ich den Blog www.stadtkoenigin.de. In der ersten Serie waren Alltagsthemen, Eindrücke und Gedanken das Thema. Seit Oktober 2021 gibt es eine zweite Serie, die ein spezifischeres Thema hat.

Stadtkönigin schaut aus dem S-Bahn-Fenster

Mit der zweiten Serie ab in den Dschungel der Berliner Großwohnsiedlungen!

Ich bin eine Stadtkönigin und Berlin ist meine Stadt. Was eine Stadtkönigin macht? Rausgehen! Durch die Stadt streifen. Ich halte meine Erlebnisse in meinem Blog www.stadtkoenigin.de fest. Waren es in der ersten Serie noch allgemeine Eindrücke, habe ich mich jetzt meiner heimlichen Liebe gewidmet, die oft sehr verkannt wird und deswegen ein bisschen mehr Aufmerksamkeit braucht: Den Berliner Großwohnsiedlungen.

DDR-Plattenbau mit Waldluft und frischem Brot: Das Salvador-Allende-Viertel in Berlin-Köpenick

Wenn man im sogenannten “Cool-Berlin” im Altbau wohnt, kommt man schnell auf die Idee, Berlin reicht doch so. Die Großwohnsiedlungen sind da irgendwo am Rand und sind eh nicht schick. Richtig? Falsch! Auch wenn sie meistens schon am Rand stehen. Das hat alles seinen Sinn, seine Geschichte und seine Gründe. Auch die zumeist angewendete Plattenbauweise hat so ihre Eigenheiten. Diese Siedlungen haben viel zu erzählen und sind so etwas wie eine riesige Architekturausstellung umsonst und draußen. Eine Architekturausstellung, die lebt, die atmet, die pulsiert.

Was erwartet dich bei der Stadtkönigin?

In der neuen Serie nehme ich dich mit in die Welt des Berliner Plattenbaus. Ost- und Westberlin bauten damals, als die Mauer noch jung war, um die Wette Plattenbauten. Und nicht etwa, um die Berliner zu ärgern, im Gegenteil! Dahinter stehen Konzepte, Ideen, Utopien. Wohnraum, günstig, voller Licht und Luft, Grünanlagen. Wohnblocks, die ein schönes Leben ermöglichen sollten. Im ehemaligen Westberlin zum Teil von weltberühmten Architekten entworfen, im ehemaligen Ostberlin sowieso längst Kult.

Recherchen ergeben spannende Geschichten, Besuche, bei denen ich mich mit wachsender Begeisterung fotografisch betätige, bringen die Bilder. Ja, es gibt auch weiterhin Zeichnungen. Ich bin selbst oft überrascht, wie individuell diese Plattenbausiedlungen sind und was ich dort entdecke. Was sie für eine Geschichte mitbringen und wie sie sich weiter entwickeln.

Am Zwickauer Damm in der Gropiusstadt

Und die Grundidee?

Damals, bei der ersten Serie, wollte ich zeigen, was ich so da draußen liebe. Heute noch immer. Die Welt da draußen ist ein wahres Geschenk! Jeden Tag aufs Neue!

Durch die Coronazeit ist noch ein weiterer Grund dazugekommen. Ausschlaggebend war, dass mir irgendwann im Gespräch die Aussage ans Ohr drang: “Ich muss hier mal wieder raus. Wenn ich nicht irgendwo hinfliegen kann, ist es kein Urlaub.” Da schrillten bei mir die Alarmglocken. Die Fliegerei ist äußerst umweltschädlich und ich hatte mir so sehr ein Umdenken gewünscht. Während des ersten Lockdowns hatte ich das Gefühl, dass die Natur durchatmete ohne das ständige Kerosin.

Ich mag Fliegen zwar und hatte in der ersten Serie ausführlich über das Beobachten von Flugzeugen geschrieben. Aber es muss ein Umdenken stattfinden und ich will zumindest einen kleinen Teil beitragen. Momentan ist es zu klimaschädlich und einfach generell traurig, wenn man sich nicht in seiner Stadt, in seiner Umgebung, seiner Heimat erholen kann. Dann wohnt man wohl nicht da, wo man sich wohlfühlt oder fühlt sich wegen anderer Dinge abseits des Wohnortes nicht wohl. Ich finde es wichtig, dass wir uns auf Dauer da wohlfühlen, wo wir leben.

Ein Ausblick, der seit 2020 so nicht mehr möglich ist. Denn der neue Flughafen ist tatsächlich offen. Und Tegel nicht mehr.

Und deswegen Plattenbau? Ja, nee, is klar!

Ich bin auch nicht der Meinung, dass ein Urlaub nur zur bloßen Erholung dient, sondern auch, um Neues zu erleben, um etwas zu lernen, um den Geist mit anderen Perspektiven zu stimulieren. Das geht auch im Museum, in der Innenstadt, im Umland oder eben im Plattenbauviertel. Überall kann man Neues entdecken. Es kommt darauf an, hinzusehen und in die Welt einzutauchen.

Aber nicht nur deswegen zeige ich Großwohnsiedlungen. Der zweite Grund ist weitaus “egoistischer”. Ich mag sie einfach. Ich finde sie schön. Diese riesigen Häuser voller Strukturen. Diese bunten Fassaden, die immer wieder anders gestaltet sind. Die großzügigen Grünflächen. Die Architektur. Oh ja, und spannende Geschichten haben sie auch. Vor allem in einer Stadt wie Berlin, mit zwei Vergangenheiten, die lange durch eine Mauer rigoros voneinander getrennt worden waren.

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