Berlin Overload

Jugendbuchprojekt

Genre: Climate Fiction

Zielgruppe: Jugendliche im Alter von 14 – 20 Jahren, politisch interessierte Leser*innen

Umfang des Manuskripts: Teil 1 mit 360 Normseiten und Teil 2 mit 352 Normseiten

Pitch: Im Jahr 2075 kämpft Berlin mit extremen Folgen des Klimawandels. Die Stadt ist in Zonen eingeteilt, die dem sozialen Status entsprechen und voneinander abgeschottet sind. Antonia wächst in Armut auf und ergreift die Chance, durch ihre guten Leistungen aufzusteigen und in höheren Zonen zur Schule zu gehen.
In der Mittelstufe sieht sie, wie groß das Ausmaß der sozialen Ungerechtigkeit zwischen den Zonen ist, und dass jene, die könnten, oft nicht einmal daran denken, etwas zu verändern. Um eines Tages selbst etwas tun zu können, muss sich das resolute Mädchen unauffällig verhalten, denn eine rebellische Aufsteigerin wird an ihrer neuen Schule nicht geduldet. Während Antonia mit sich ringt, wird der wachsende Erfolg einer rechtsextremen Partei zur Bedrohung für die schwächelnde Demokratie des Landes.

Auch wenn das Thema sehr ernst ist, fehlt es der Geschichte nicht an Humor. Wie Antonia wollen wir uns doch nicht unterkriegen lassen.

Antonia Phan, die Protagonistin aus Berlin Overload

Berlin in der Zukunft – die Ausgangslage

Berlin Overload spielt in den Jahren 2075 – 2083, mit Rückblicken auf die Entwicklung seit 2064. In Berlin wurden so viele Klimageflüchtete aufgenommen, dass die Stadt sie zwar versorgen, aber nicht integrieren kann. Zusätzlich sorgen Hitze und anhaltende Dürre für Probleme mit der Trinkwasserversorgung der vielen Einwohner*innen. Als es deswegen im Jahr 2064 zu Aufständen kommt, richtet die Regierung durch Hightech-Zäune geschützte Zonen ein und sichert die Wasserversorgung in den ärmsten Gebieten der Stadt.
Es sollte eine vorübergehende Notlösung sein, doch die Zonen bestehen über die Jahre fort. Die Geschichte beginnt im Jahr 2075, Antonia ist zehn Jahre alt und kennt nur den Alltag in ihrer Zone.
Berlin ist die Hauptstadt Deutschlands, das noch immer ein demokratisches Land ist. Diese Demokratie ist jedoch durch die andauernden Krisen sehr instabil geworden und gerät im Laufe der Geschichte unter starken Druck.

Die Wasserknappheit ist eines der Hauptprobleme, mit denen die Menschen in Berlin Overload zu kämpfen haben

Berlins Zonen


Ein Hauptthema von Berlin Overload ist die Einteilung Berlins in Zonen. Es gibt die bewohnten Zonen 0–5 und die Naturzonen I-III. Die Stadt in der Geschichte ist angelehnt an das Berlin, das wir kennen. Die Orte, an die es Antonia und ihre Freunde verschlägt, gibt es im Hier und Jetzt auch. Zumeist sind sie nicht sehr bekannt, es lohnt sich, mal vorbeizuschauen.

Zone 0: In der ärmsten Zone gibt es keine Wasserversorgung und die Menschen leben in selbstgebauten Hütten oder besetzen einsturzgefährdete Hausruinen. Wasser wird täglich in knappen Rationen ausgegeben. Besonders die Kinder leiden unter der Hitze im Sommer, es gibt keine Rückzugsorte und Pflanzen haben kaum eine Chance zu wachsen. Hier wird Antonia geboren und verbringt den ersten Teil ihres Lebens.

Zone 1: Hier haben Menschen mit sehr geringem Einkommen Wohnungen, in denen es zeitweise fließendes Wasser gibt. Sonst bieten diese Wohnungen nicht viel mehr als ein Dach über dem Kopf, stellen jedoch ein Heiligtum für ihre Bewohner*innen dar.
Es gibt eine rudimentäre Infrastruktur, z.B. Grundschulen, die auch die Kinder der Zone 0 besuchen. In beiden Zonen sprechen die meisten Menschen nur gebrochenes Deutsch und es gibt so gut wie keine Angebote, die Sprache zu lernen. Die Zonen 0 und 1 sind für alle frei zugänglich.

Zone 2: Die erste Zone, die abgeriegelt ist, dürfen Bewohner*innen der Zonen 0 und 1 höchstens zeitlich begrenzt und mit einer Erlaubnis betreten, z. B. für Schule oder Arbeit. Das Leben hier ist geprägt von harter Arbeit und Aufstiegswillen. Denn genau so dürfen die Bewohner*innen der Zone 2 die nächsthöhere Zone nur begrenzt betreten.

Zone 3: Hier wohnt die mittlere bis obere Mittelschicht und es ist die erste Zone, in der sich die Menschen Konsum und die neuesten technischen Geräte leisten können und wissen, wie Bäume aussehen.

Zone 4: Hier wohnt die gehobene Mittelschicht und spielt sich das Berliner Nacht- und Partyleben ab. Trends werden in der Zone 4 gesetzt und von den Bewohner*innen der niedrigeren Zonen nachgeahmt. Bewohner*innen aus der Zone 3 ist es in der Regel möglich, gegen Eintritt zeitlich begrenzt die Zone 4 zu besuchen, um sich zu vergnügen. Auch Universitäten und Eliteschulen sind hier zu finden.

Zone 5: Diese Zone ist die Heimat von Wirtschaftsmagnaten und allgemein von Personen mit weltweitem Einfluss, die zumeist in Villen leben.

Naturzonen

Naturzone I: Forschungsinstitute und Arboreten; hier wird erforscht, wie Brandenburg und Berlin renaturiert werden können, welche Pflanzen hier leben und Nahrung geben können.

Naturzone II: Niemand weiß, wozu sie gut ist, bis Antonia es später herausfindet.

Naturzone III: Stadtwald, in dem die Forschungsergebnisse aus Naturzone I angepflanzt werden und der vorhandene Waldbestand so weit wie möglich erhalten wird.

Die Hauptfiguren

Antonia und Elias am Tag, an dem sie sich kennenlernen

Antonia Phan

Die Protagonistin Antonia ist zu Beginn des ersten Teils 10 Jahre und am Ende 18 Jahre alt. Im zweiten Teil, der sich über einen kürzeren Zeitraum erstreckt, ist sie 18 Jahre alt. Sie ist ein selbstbewusstes, lebhaftes Mädchen, das sein Herz auf der Zunge trägt, hat Humor und einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Durch ihre Impulsivität und Schlagfertigkeit bringt sich Antonia oft in Schwierigkeiten.

Antonia wird im Jahr 2065 als Tochter eines deutschen Vaters und einer vietnamesischen Mutter in der Zone 0 der Gropiusstadt geboren. Sie lebt zunächst bei ihrem Vater, der erschossen wird, als sie 5 Jahre alt ist. Daraufhin kommt sie bei ihrer Mutter und ihren vier kleinen Halbgeschwistern unter, denen sie Deutsch beibringt. Ein Brief ihres Vaters, den Antonia zu Beginn der Geschichte posthum erhält, gibt ihr Rätsel über seine Person auf, doch das bleibt zunächst ein Geheimnis.

Antonia möchte charakterlich und körperlich stark sein und die Menschen, die sie liebt, beschützen. Mit Gefühlen wie Trauer und Hilflosigkeit kann sie schlecht umgehen und reagiert dann wütend, abweisend und trotzig auf ihre Mitmenschen. Selbst ihre engsten Verbündeten Manon und Elias haben es dann schwer, zu ihr durchzudringen.

Antonia beim Müllwrestling

Elias Richter

Elias ist vernünftig, ordentlich und hat die Gabe, überall, wo er hinkommt, sofort zum Klassen- oder Schulsprecher gewählt zu werden. Er hat einen ähnlich ausgeprägten Gerechtigkeitssinn wie Antonia. Nach außen gibt er sich angepasst und korrekt, sodass niemand auf die Idee kommt, er könnte rebellische Gedanken hegen. Er ist immer an Antonias Seite, unterstützt sie und muss ihr oft aus der Patsche helfen. Mal lässt er sich von ihrem Humor und ihrer Spontaneität anstecken, mal sagt er ihr, dass ihre letzte Aktion ihn Jahre seines Lebens gekostet hat. Elias ist in Baumschulenweg, Zone 2, geboren und aufgewachsen und hat eine jüngere Schwester.

Handlung Teil 1

Die Geschichte beginnt im Jahr 2075 und schildert den Alltag der zehnjährigen Antonia Phan in der Gropiusstadt-Zone 0. Antonia betreibt Müllwrestling und verdient mit ihren Kämpfen Geld, mit dem ihre Familie zusätzliches Wasser kauft. Sie bekommen tägliche Rationen von der Stadt in Kanistern ausgegeben, aber diese sind knapp bemessen und so sind die Kinder im Sommer ständig durstig.
Es gibt ein staatliches Programm, das armen Kindern bei guten Leistungen den Schulbesuch in den höheren Zonen erlaubt. Antonia besteht die Aufnahmeprüfung für eine Schule in der Zone 2. Zur Feier des Tages erhält sie posthum einen Brief ihres Vaters, in dem er sie auffordert, aufzusteigen und die Welt zu verändern.

In ihrer neuen Schule lernt Antonia Elias kennen, der ihr zeigt, dass das Leben in Zone 2 zwar anders ist als zu Hause, aber auch von Armut, harter Arbeit und Eintönigkeit geprägt. Antonia will mehr von der Zone 2 sehen und schleicht sich rein. Dabei belauscht sie ein Gespräch zwischen Arbeitern, die über eine rechtsextreme Partei namens Der Neue Weg sprechen.
Antonia und Elias besuchen ab der 7. Klasse das Gymnasium Lindenhof in der Zone 3. Das Schulgelände ist eine Enklave und die Schulleitung lässt keinen Kontakt der armen Schüler*innen zu ihren Familien zu. Sie sollen sich vollständig in das Leben der höheren Zonen integrieren. Als Antonia mit ihrem Mitschüler Falco aus der Zone 5 aneinandergerät, muss sie feststellen, dass sie sich allein wegen ihrer Herkunft auf dünnem Eis bewegt. Offene Kritik am System hat Konsequenzen bis hin zum Schulverweis. Falco und seine Freunde provozieren Antonia, denn nur sie bekommt den Ärger. Antonia kann es kaum ertragen, sich nicht zu wehren und die Ungerechtigkeit zwischen den Zonen nicht anzuprangern. Außerdem leidet sie sehr unter der Trennung von ihrer Familie. Doch sie hat Elias an ihrer Seite und findet Gleichgesinnte, die ebenfalls aus der Zone 0 stammen.
Während ihrer Schulzeit erlebt Der Neue Weg einen rasanten Aufstieg. Die Partei erklärt den Klimawandel zu einer natürlichen Auslese, der sie nachhelfen will. Besonders bei den Bewohner*innen der Zone 2 schürt Der Neue Weg Existenzängste und Hass auf die eingewanderten und armen Menschen in den Zonen 0 und 1.
Kurz vor dem Abitur erfährt Antonia, wer ihr Vater war und dass er eine politisch wichtige Rolle gespielt hat. Sie ist schockiert über das, was er getan hat, und weiß nicht, wie sie damit umgehen soll. Sicher ist aber, dass Der Neue Weg auf keinen Fall an die Macht kommen darf! Aber können ein paar Schülerinnen und Schüler wirklich etwas dagegen tun?

Teil 2

Teil 2 beginnt mit der Ausgangssituation, in der Teil 1 endet. Antonia muss nun handeln, denn es geht darum, in einer scheinbar ausweglosen Situation zur Heldin zu werden.