Portugal Report

Illustrationen für die Zeitschrift der Deutsch-Protugiesischen Gesellschaft

Die DPG (Deutsch-Portugiesische Gesellschaft) und ihre ZeitschriftMelancholische Illustration einer nachdenkenden Person in einer Ruine auf einem Feld

Die Deutsch-Portugiesische Gesellschaft e. V. (DPG) ist ein Verein, der sich mit der deutsch-portugiesischen Freundschaft beschäftigt. Die Kultur Portugals steht dabei im Mittelpunkt. Unter den Mitgliedern sind Portugal-Liebhaber und Portugiesen, die schon länger hier in Deutschland leben. Die DPG unterstützt kulturelle Veranstaltungen und richtet selber Treffen aus. Alle drei Monate veröffentlicht die DPG eine Zeitschrift, den Portugal Report. Darin kann man vieles über Land und Leute, die portugiesische Kultur und Veranstaltungen erfahren. Da ich selbst Mitglied in dem Verein bin, unterstütze ich die Zeitschrift je mit einer Illustration eines Textes von Fernando Pessoa.

Wer war Fernando Pessoa?

Alle Portugiesen kennen Fernando Pessoa. Er war einer der berühmtesten Schriftsteller und Dichter Portugals und lebte in den Jahren 1888 bis 1935. Fernando Pessoa ist berühmt für seine melancholischen Texte. Er erfand Heteronyme, Personen mit eigenem Lebenslauf. So ließ er verschiedene Charaktere entstehen und schrieb aus ihrer Sicht. Auf diese Weise konnte er sich noch tiefer gewissen Themenbereichen widmen. Manche Heteronyme begegneten sich untereinander und manche ließ er sogar sterben, um
schreiberisch die Entwicklung vor und während der Krankheit und des Todes festzuhalten.

Melancholische Illustrationen

Als ich anfing Portugiesisch zu lernen,Melancholische Illustration eines Mannes im Leuchtturm, der eine Laterne hält trat ich alsbald der DPG bei. Im Jahr 2015 übernahm der Grafikdesigner und Fotograf Andreas Lahn die Redaktion des Portugal Reports. Bald bot ich an, für die Zeitschrift eine Illustration beizusteuern. An Portugal fasziniert mich, dass es ein südliches Land ist, und seine Kultur trotzdem eher melancholisch ist. Es gibt einen berühmten Begriff, die Saudade, der sich zwischen Heimweh, Fernweh, Nostalgie und Melancholie bewegt. Natürlich möchte ich das in meinen Illustrationen aufgreifen.
Was lag also näher, als mich mit dem Melancholiker per se, Fernando Pessoa, weiter auseinanderzusetzen. Bis dato entstanden zwei Illustrationen, die die Rückseite der letzten beiden Ausgaben des Portugal Reports verzieren.

 Pessoa übersetzt

Die Illustrationen könnt Ihr auf dieser Seite sehen. Die Zitate Pessoas sind beide sehr berühmt. Das eine lautet: „Tenho em mim todos os sonhos do mundo.“ Das heißt auf Deutsch: „Ich trage alle Träume der Welt in mir.“
Das zweite Zitat lautet: „Ó mar salgado, quanto do teu sal são lágrimas de Portugal!“, auf Deutsch: „Oh, salziges Meer, wie viel von deinem Salz sind Tränen Portugals!“ Das bezieht sich auf die Zeit der Seefahrt, als viele Männer aufbrachen und sich auf eine gefahrvolle Reise machten. Sie hinterließen ihre Liebsten, die nicht wissen konnten, ob sie ihre Seefahrer jemals wiedersehen würden. Heute sind die Gefahren auf der stürmischen See weitgehend bezwungen. Dennoch brechen viele Portugiesen in ein neues Leben im Ausland auf, um Arbeit zu finden. Für meine Illustration fragte ich mich, was passiert, wenn sie es dort nicht schaffen oder nicht dort bleiben möchten.
Für die dritte Illustration befasste ich mich mit dem Zitat „Viajar! Perder países! Ser outro contantetemente.“ Auf Deutsch: „Reisen! Länder verlieren! Ständig jemand Anderes sein.“